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    Zahnpflege verlängert das Leben

    Die regelmäßige Vor- und Nachsorge mit professioneller Unterstützung durch den Zahnarzt verlängert möglicherweise das Leben. Auf dieses überraschende Studienergebnis verwies Prof. Dr. Michael Noack (Universität Köln) auf der ersten Online-Pressekonferenz der Initiative proDente e.V. zum Thema „Die Zukunft der Zahnmedizin". Schon länger ist bekannt, dass eine unbehandelte Zahnfleischentzündung Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen begünstigt. Auch das siebenfach erhöhte Risiko für Schwangere mit einer Parodontitis eine Frühgeburt zu erleiden ist durch Studien belegt. Zudem gibt es erste Anzeichen, dass Patienten bei denen regelmäßig Bakterien in die Blutbahn eingeschleust werden, häufiger Schlaganfälle erleiden.

    Tipps und Tricks zur Zahnpflege

    Untersuchungen belegen immer wieder: Gesunde und schöne Zähne wirken attraktiv, erzeugen Sympathie, schaffen Vertrauen und stärken das Selbstbewusstsein. Dahinter steckt jedoch kein Geheimnis oder die ultimative Zauberformel. Konsequente Mundhygiene im heimischen Bad und regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt schaffen die wichtigste Grundlage für saubere und vor allem gesunde Zähne.

    In der häuslichen Zahn- und Mundpflege gibt es eine Vielzahl verschiedener und teilweise sehr spezielle Hilfsmittel und Techniken. Hier den Überblick zu behalten ist nicht ganz einfach. Welche Utensilien sinnvoll sind und wie eine effektive Zahnpflege ablaufen sollte, möchten wir Ihnen im Folgenden vorstellen: !

    Effektive Zahnpflege in Minuten
    Morgens und abends jeweils fünf bis zehn Minuten in die Zahnpflege zu investieren lohnt sich. Besteht zusätzlich die Möglichkeit auch Mittags nach dem Essen die Zähne zu reinigen - um so besser. Das gründliche Putzen mit Bürste und Zahnpasta sollte laut zahnärztlicher Empfehlung mindestens drei Minuten dauern und systematisch alle Zähne abdecken. Das klingt nicht lange, wird jedoch häufig unterschätzt. Zur Orientierung: das weich gekochte Ei am Morgen dauert sogar fünf Minuten. Um das richtige "Zeitgefühl" beim Zähneputzen wieder herzustellen empfiehlt es sich auf eine so genannte "Zahnputzuhr" zurückzugreifen. Ob in der alt hergebrachten Version einer Sanduhr, als spezieller Timer oder neuerdings in die elektrische Zahnbürste integriert, zeigt sie genau an wie lange das Putzen dauern sollte um gründlich zu sein.

    Auf die Technik kommt es an
    Mund auf, Zahnbürste rein und wild drauf los schrubben mag zwar dynamisch sein, ist aber nicht wirklich effektiv. Mit der richtigen Technik, werden die drei Minuten Zähneputzen sinnvoller und mit weit weniger Kraftaufwand genutzt. Wichtig ist eine horizontale Putzbewegung, bei der die Zähne vom Zahnfleisch zur Zahnkrone in einem Winkel von ca 45 Grad zum Zahn gereinigt werden (von rot nach weiß). Um keine Stelle zu übersehen ist eine gewisse Systematik sinnvoll: Erst die Kauflächen, dann die Außen- und zum Schluss die Innenflächen. Übermäßiger Druck ist bei der richtigen Technik nicht nötig. Zu festes Aufdrücken kann Verletzungen des Zahnfleischs verursachen und macht die Reinigung keineswegs wirkungsvoller. Empfohlen wird ein Druck von 150 Gramm, was dem Gewicht einer Orange entspricht.

    Zahnbürste und Paste als Team
    Die Auswahl an Zahnbürsten ist groß und die Entscheidung fällt schwer: Soll es eine elektrische sein oder doch lieber die gute alte Handzahnbürste? Welcher Härtegrad ist zu empfehlen und nehme ich lieber Kurz- oder Langkopf? Um die Entscheidung ein wenig zu erleichtern, hier ein paar Anhaltspunkte:

    Weiche bis mittelharte Bürsten schonen das Zahnfleisch und verhindern Verletzungen bei zu starkem Aufdrücken.
    Kurzkopfzahnbürsten mit einem 25 bis 30 mm langen Bürstenfeld haben einen kleineren Kopf und sind damit handlicher und erreichen auch schwierige Stellen.
    Bei richtiger Technik unterscheiden sich elektrische und Hand-Zahnbürsten in Ihrer Reinigungsleistung kaum. Der Vorteil der modernen elektrischen Zahnbürste liegt darin, dass je nach Modell automatisch die richtige Putztechnik, die korrekte Putzzeit und der richtige Anpressdruck gewährleistet werden kann. Diese Bequemlichkeit hat aber ihren Preis.

    Neue Besen kehren gut - das gleiche gilt im übertragenen Sinn auch für die Zahnbürste. Alle zwei bis drei Monate muss eine neue her - egal ob es sich um die Köpfe der elektrischen oder die Handzahnbürste selbst handelt. Ein sofortiger Austausch der Bürste sollte in jedem Fall nach einer schweren Erkältung oder einer Entzündung im Mund erfolgen, um ein erneutes Anstecken zu verhindern. Nach dem Putzen muss die Zahnbürste unter heißem Wasser ausgespült und zum Trocknen mit dem Kopf nach oben an die Luft gestellt werden. Bakterien und Keime haben dann keinen Nährboden. Bei der Wahl der Zahnpasta geben individuellen Vorlieben den Ausschlag. Ein wichtiges Merkmal ist jedoch ein ausreichender Fluorid-Gehalt. Durch das regelmäßige Putzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta wird der Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Säureattacken. Gel und Pulver sind nicht zu empfehlen. Gel "verklebt" die Zahnoberflächen und erschwert eine spätere Reinigung. Pulver verursachen dagegen einen zu starken Abrieb der Zahnsubstanz.

    Die richtigen Hilfsmittel für schwierige Stellen
    Zähneputzen alleine reicht für eine umfassende und vor allem effektive Pflege der Zähne nicht aus. In den Zahnzwischenräumen bei Zahnspangen oder festsitzendem Zahnersatz setzen sich trotz gewissenhaftem Putzen Essensreste und Plaque ab, die eine Bakterienquelle als Auslöser für Karies und Parodontitis bilden können.
    Hilfsmittel wie Zahnseide und Interdentalbürsten schaffen hier Abhilfe und sollten in die tägliche Zahnpflege integriert werden.

    Wichtig ist ihr regelmäßiger Gebrauch wobei das geschulte Personal in der Zahnarztpraxis die richtige Technik vermittelt und bei der Entscheidung für das richtige Produkt hilft.

    Verstärkt rückt auch die Zunge als Träger von Bakterien in den Blickpunkt. Hier kann sich ein regelrechter Belag bilden, der nicht nur den Zähnen schaden sondern auch das allgemeine Wohlbefinden beeinflussen und Mundgeruch auslösen kann. Spezielle Zungenbürsten und Zungenschaber helfen den Belag zu verringern und sorgen für frischen und gesunden Atem. Das abschließende Ausspülen mit klarem Wasser vervollständigt die häusliche Zahnpflege. Die zusätzliche Verwendung von Mundspüllösungen oder Mundwassern kann die Zahnpflege ergänzen, nicht aber ersetzen.

    Vorsorge beim Zahnarzt kostenfrei

    Zwei Zahnarztbesuche jährlich ohne Praxisgebühr - Die effektivste Maßnahme, schmerzhafte Behandlungen zu vermeiden ist immer noch, sie gar nicht erst notwendig werden zu lassen Regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt gehört für gesunde Zähne und langfristigen Zahnerhalt deshalb zum Pflichtprogramm der Vorsorge. Was viele Versicherte nicht wissen. Die beiden halbjährlichen Kontrolluntersuchungen sind Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Zehn Euro Praxisgebühr werden nicht erhoben.
    Im Rahmen der Kontrolluntersuchung kann der Zahnarzt bei Bedarf einige festgelegte Untersuchungen und vorsorgende Leistungen vornehmen, ohne dass die zehn Euro Praxisgebühr zu zahlen sind. Dazu gehören beispielsweise Röntgenaufnahmen zum Feststellen von Entzündungen oder versteckter Karies sowie einmal jährlich das Entfernen von "harten Belägen" in Form der Zahnsteinentfernung. Neben medizinisch weniger relevanten, für den Patienten jedoch wichtigen kosmetischen Aspekten beherbergt der Zahnstein ebenso wie der Zahnbelag eine Vielzahl von Bakterien, die sich in der Mundhöhle ideal vermehren können.
    Erst wenn neben den festgelegten präventiven Maßnahmen beim Kontrolltermin oder einem weiteren Termin eine Behandlung nötig wird, muss der Patient die Praxisgebühr zahlen.

    Unter dem Begriff Zahn-Prophylaxe werden alle Maßnahmen zusammengefasst, die der Gesunderhaltung der Zähne dienen. Dazu gehören:

    Eine gesunde zahnerhaltende Ernährung.
    Die sorgfältige Mundhygiene in den eigenen vier Wänden (mindestens 2 mal täglich mit Zahnbürste, Zahnpasta und Zahnseide).
    Regelmäßige kostenfreie Kontrollen durch den Zahnarzt (zweimal jährlich) sowie bei Bedarf einmal jährliche Zahnsteinentfernung.
    Eine professionelle Zahnreinigung (zweimal jährlich) - entfernt harte und weiche Beläge aus allen Zahnwinkeln und Zwischenräumen, die die Zahnbürste trotz sorgfältigem Putzen nicht erreicht.
    Fluoridierung und Fissurenversiegelung schützt die Zähne vor weiteren Angriffen und ist Bestandteil der professionellen Zahnreinigung.
    Greifen alle Prophylaxe-Maßnahmen langfristig ineinander, steht gesunden Zähnen bis ins hohe Alter nichts entgegen.

     
     
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